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Chiara Margarita Cozzolani: Marienvesper (1650)

poesia vocale, das ensemble für alte und neue musik

Mona Spägele, Leitung

mit Voces Suaves, Soloensemble

und Choralschola der Dreifaltigkeitskirche Bern, Leitung Kurt Meier


Eine Marienvesper aus dem 17. Jahrhundert – wer denkt da nicht an Monteverdi? Aber nicht doch! Das Vokalensemble poesia vocale wagte sich unter der Leitung von Mona Spägele an das Werk der Komponistin und späteren Äbtissin Chiara Margarita Cozzolani (1602–ca. 1677). Ein Zeitgenosse schrieb über sie: «Die Nonnen des Klosters Santa Radegonda in Mailand sind mit so seltenem und exquisitem Musiktalent begabt, dass sie als die besten Sängerinnen Italiens gelten. Unter ihnen verdient Donna Chiara Margarita Cozzolani das höchste Lob.»


Mit solchen Vorschusslorbeeren tasteten sich die Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles in den ersten Proben an diese alte und doch für die allermeisten neue Musik heran. Was einfach schien, entpuppte sich als Herausforderung, war doch die saubere Intonation der Harmonien so wichtig wie nie zuvor. Diese musikalischen Grundsteine des Vokalensembles fügten sich auf die Konzerte hin mit der instrumentalen Begleitung zu einer stimmigen Struktur zusammen. Die Sängerinnen und Sänger des Soloensembles Voces Suaves füllten und schmückten diesen musikalischen Rahmen mit dramatischen, filigranen, intensiven, heiteren und sanften Klängen. Die Choralschola der Dreifaltigkeitskirche Bern (Leitung: Kurt Meier) vervollständigte das Werk nicht nur, sondern trug dazu bei, dass sich die Musizierenden wie auch das Publikum fast 400 Jahre zurück versetzen konnten in eine klösterliche Klangwelt.


Das Konzert dauerte für heutige Hörgewohnheiten ungewöhnlich lange eindreiviertel Stunden. Die Zuhörerinnen und Zuhörer liessen sich trotzdem in höhere musikalische oder vielleicht auch mystische Sphären entführen. Viele tief beeindruckte Reaktionen zeigten, dass die Musik von Chiara Margarita Cozzolani auch heute noch zu beglücken und zu berühren vermag und damit letztlich unvergänglich bleibt.


Eine Marienvesper aus dem 17. Jahrhundert? Dabei denken wir in Zukunft immer (auch) an die Maestra di coro Cozzolani mit ihren berückenden Klängen aus einer anderen Welt.


Die von der Sebastiana-Stiftung unterstützten Aufführungen fanden im März 2024 in der Stadtkirche Biel und der Französische Kirche Bern statt.

 

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